Symptome bei Kindern
Plötzlich
einsetzender, heftiger Schmerz im/am Hoden (Hodendrehung/Torsion)
Die Hodentorsion (Drehung des Hodens
mit Samenstrang und Blutgefäßen) ist eine der
wenigen kindlichen Notfallsituationen
im urologischen Fachgebiet. Notfall daher, weil innerhalb
von wenigen Stunden die Therapie eingeleitet werden muss,
da sonst der betroffene Hoden für immer geschädigt
ist bzw. operativ entfernt werden muss.
Beschwerden:
- Plötzlich einsetzender, heftiger
Schmerz des betroffenen Hoden
- Anschwellen der Haut um den betroffenen
Hoden
- Brechreiz, Übelkeit, Hodenhochstand,
Berührung extrem schmerzhaft.
Diagnostik:
- Körperliche Untersuchung
- Ultraschall Hoden
- Operative Freilegung
Zum Beweis oder Ausschluss einer möglichen
Hodentorsion sollten Sie sofort mit ihrem Jungen einem
urologischen Fachkollegen aufsuchen. Besteht der dringende
Verdacht auf eine Hodentorsion, muss im Zweifelsfall sofort
operiert werden (Hodenfreilegung), um den Hoden zu erhalten.
Besteht eine Hodentorsion länger als sechs Stunden,
ist der Hoden aufgrund der fehlenden Durchblutung für
immer geschädigt und muss entfernt werden.
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Vorhautverengung,
-verklebung (Phimose)
Angeborene oder erworbene Verengung der
Vorhaut, die ein Zurückziehen über die Penisspitze
nur teilweise bzw. gar nicht möglich macht. Daher
kann es in Folge mangelnder Hygiene zu chronischen Entzündungen
der Penisspitze kommen (Balanitis). Im weiteren Leben kommt
es bei ausgeprägter Erektion zu Schmerzen und Schwierigkeiten
beim Sexualverkehr.
Beschwerden:
- Schmerzen beim Zurückziehen
der Vorhaut (wenn überhaupt möglich)
- Wiederkehrende Entzündungen
der Penisspitze u. Vorhaut
- Probleme bis hin zu Schmerzen beim
Wasserlassen
Diagnostik:
Therapie:
- Versuch einer Salbenbehandlung
- Individuelle plastisch-kosmetische
Operation (Beschneidung)
Wir empfehlen, dass bis zum Eintritt
in den Kindergarten (mit drei Jahren) die Vorhautverengung
korrigiert oder operative behandelt wird (ambulante Operation).
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Pendel und
Leistenhoden (fehlender Hoden im Hodensack)
In der Regel sind bei der Geburt des Jungen beide Hoden
im Hodensack (scrotum) tastbar bzw. sichtbar. In einigen
Fällen ist dieses ’Herabwandern’ des Hodens
bei Geburt noch nicht abgeschlossen, und der Hoden oder
beide Hoden sind nicht im Hodensack tastbar (sollte von
Kinderarzt dokumentiert und beobachtet werden). Kommt es
im 1.-2-Lebensjahr nicht zum ‚Spontaneintritt’
in den Hodensack, sollte eine Behandlung erfolgen, um spätere
Folgeschäden zu vermeiden.
Beschwerden:
- Fehlender Hoden in einem oder beiden
Scrotalfächern
- Wander-, oder Gleithoden (mal tastbar,
dann wieder nicht tastbar)
- Leistenhoden (steckt fest im jeweiligen
Leistenkanal)
- Bauchhoden (Hoden nicht tastbar,
im Ultraschall nicht sichtbar)
Komplikationen:
- Hoden-, Nebenhodenentzündung
- Spätere Unfruchtbarkeit
- Hodenverdrehung (Hodentorsion)
- Spätere bösartige Veränderung
(Hodentumor)
Diagnostik:
- Körperliche Untersuchung,
- Ultraschall (eventl. Röntgen:
CT/MR)
- Endoskopie/Laparoskopie
Therapie:
- Konservativ (Medikamente)
- Operation
Aufgrund der bekannten Spät-,
und Folgeschäden (Unfruchtbarkeit, bösartiger
Hodentumor) des nicht korrekt liegenden Hodens empfehlen
wir nach erfolgloser medikamentöser Therapie (Nasenspray)
die operative Korrektur der Fehllage vor Abschluss
des 2.-3. Lebensjahres.
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Einnässen,
’Bettnässer’ (Enuresis nocturna)
Häufiges ‚Beschwerdebild’
in der Kinderurologie. Gemeint ist ein nächtliches
Einnässen nach dem 4.-5 Lebensjahr. Die Kinder sind
tagsüber ‚trocken’, nachts schlafen sie
nur mit Windeln, da sie nicht merken, wenn sie die Blase
im Schlaf entleeren. Jungen sind häufiger betroffen
als Mädchen. In mehr als 50% kommt es im Alter von
10-12 Jahren zur spontanen ‚Heilung bzw. Reifung’.
Ursachen:
- Verzögerte ‚Reifung’
- Psychogene Konfliktsituationen
innerhalb der Familie (Kinder waren schon mal trocken:
sekundäre Enuresis!).
- Streßsituationen, Angstgefühle,
Eifersucht, Vernachlässigung, Verlustangst etc.
- Familiär gehäuftes Einnässen
- Chronische Entzündungen des
äußeren Genitals
- Angeborene Fehllagen der ableitenden
Harnwege
- Folge von anderen Erkrankungen
Diagnostik:
- Körperliche Untersuchung
- Ultraschall, evtl. Röntgen
der Harnwege
- Blasenspiegelung (Ausnahme)
- Blasendruckmessung
Therapie:
- Kausale, symptomatisch mit Medikamenten
- Begleitende Hilfsmittel (Klingelhose:
elektrischer Weckautomat)
- Gesprächstherapie mit Einbeziehung
der Eltern
- Verhaltenstherapie
- bio-feet-back’
Entscheidend für den Therapieerfolg dieser Befindlichkeitsstörung
ist nach Ausschluss schwerer organischer Ursachen und deren
Behandlung die Geduld, die von allen Beteiligten
aufgebracht werden sollte: Kind, Eltern, Familie, Kinderarzt,
Urologe, Kinderpsychologe, Kindergarten, Schule, Freunde
etc..
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